Es gibt Sachen, die sind begrenzt. Zum Beispiel die Buchstaben des Alphabets. Das hat 26 Stück, wenn man Buchstaben, die mit Diäresen, Striche, Tilden, Accents und sontige Verzierungen und Ligaturen weglässt. Und wenn man zwei Buchstaben hintereinander stellt, bekommt man schon 676 Möglichkeiten, bei drei werden es schon 17576. Eigentlich logisch, dass es da irgendwann zu Kollisionen kommt. Natürlich sind nicht alle Kombinationen mit drei Buchstaben belegt (Vermutung von mir, wenn das Gegenteil bewiesen wird, soll’s mir auch recht sein). Zeichenfolgen mit komischen Kombinationen will natürlich niemand haben, deswegen bleiben die frei.
Und dann gibt es auch noch die Zeichenfolgen, die jeder haben will. “CSS” ist so ein Beispiel. Das Lexikon für überflüssiges Wissen, nutzlose Fakten und Besserwisser, in der Fachsprache auch als Wikipedia bezeichnet, kennt für diese Buchstabenkombination gleich 9 verschiedene Bedeutungen. “Na gut, dann gibt’s halt 9 verschiedene Bedeutungen, aber was interessiert mich das?” Der geneigte Leser erkennt jetzt sofort, dass massive Probleme auf uns zukommen. Wenn nämlich Scripte eingesetzt werden, die automatisch Abkürzungen mit solchen lustigen kleinen Pünktchen versehen, kann es zu Kollisionen kommen.
In manchen Bereichen ist es ja noch relativ einfach. In einem Forum für Webdesigner meint “CSS” in den seltensten Fällen “Content Scrambling System” oder gar “CounterStrike: Source”. Aber wenn man andere Bereiche hernimmt, kann es hier schon zu Problemen kommen: Im Heise-Forum gibt es sowohl Trolle, die “CSS” schreiben und “Cross-Site-Scripting” meinen als auch solche, die damit “Cascading Stylesheets” meinen.
Was tun? Eine Lösung muss natürlich her. Man kann Benutzer nicht dazu zwingen, zu jeder Abkürzung, die sie benutzen, die ausgeschriebene Variante dazu anzugeben - oft wissen die Nutzer selbst nicht genau, was damit gemeint ist. Ganz auf solche Abkürzungen verzichten? Das wäre eine Möglichkeit. Dem Nutzer lieber keine Information als eine möglicherweise falsche Information geben.
Eine andere Lösung wäre aber auch, eine große Akronymdatenbank anzulegen, in die alle Informationen eingetragen werden, eventuell auch mit einer kurzen Erklärung. Wenn der Benutzer jetzt ein Akronym eingibt, erscheint eine Auswahlliste, ähnlich wie bei “Google Suggest” oder in vielen anderen Eingabefeldern aus Desktopapplikationen, in der alle Möglichen Erklärungen enthalten sind. Das Problem hierbei: Normalerweise tippt der Benutzer in eine textarea und nicht in ein normales Eingabefeld. Meines Wissens ist es nicht möglich, per JavaScript zu erkennen, wo sich genau der Cursor befindet so dass eine Liste eingeblendet werden kann, falls das Akronym mehrdeutig ist.
Comments
Du könntest ja das Eingeben aufteilen. Erst wird alles eingetragen. Dann wird versucht, Abkürzungen und Akronyme zuzuordnen. Sollte es zu einer Doppeldeutigkeit kommen, wird der Eintrag nochmals angezeigt (und zwar nicht im Text-Area, sondern schon als Zwischenform zwischen Output und Eingabe) und der Benutzer kann die Auswahl der entsprechenden Akronyme vornehmen (sofern er überhaupt weiß, was er da schreiben wollte).